3 Männer Podcast
3 Männer Podcast
Der etwas andere Podcast über Emotionen und Dinge, die nicht nur die drei Männer (Dr. Holger Liekefett, Christoph Theile und Christian Sega) im Alltag bewegen.
Hintergründig, mit Tiefgang und doch auch locker und lustig werden spanende Phänomene und Erlebnisse im Alltag rund um unsere Emotionen und Gefühle diskutiert, mit Fakten und erlebten Beobachtungen unterlegt sowie interessante Gäste zu ihrer Meinung und Einschätzung befragt.
Der 3-Männer Podcast klärt auf, analysiert und hinterfragt die „stereotypischen Klischees“ im täglichen Umgang mit unseren Emotionen. Er hilft uns, auf eine ganz andere Art, Emotionen zu erkennen, diese besser zu verstehen oder sie gezielt aktivieren und mit ihnen in jeder Lebenslage souverän umzugehen zu können.
Schreibt uns gern Euer Feedback oder sendet uns spannende Themen, die Euch interessieren: info@3m-podcast.de
3 Männer Podcast
#58 Gefühlsroulette – Tarngefühle, Muffensausen und Awumbuk
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🎲 Gefühlsroulette – das Zwei-Männer-Experiment
Holger ist im Urlaub, also wagen Christian Sega und Christoph Theile ein Experiment: Einer zieht ein Gefühl vom Zettelstapel, der andere muss sagen, wann er es zuletzt hatte. Am Ende landet jedes Gefühl auf dem Globe of Emotions.
🕯️ Ein Moment des Innehaltens
Die Folge entsteht am Vorabend des 25. Jahrestags von 9/11 – beide wissen noch auf die Sekunde genau, wo sie damals waren.
📖 Das Buch hinter der Folge
Tiffany Watt Smith, „The Book of Human Emotions“ (2015): über 150 Gefühlsbegriffe aus verschiedenen Zeiten, Sprachen und Kulturen. Ihre These: Gefühle sind keine universellen Zustände, sondern von Sprache und Kultur geprägt.
🎭 Tarngefühle – die Männer-Spezialität
▪ „Das ist mir völlig egal“ → Neid
▪ „Ich bin halt vorsichtig“ → Angst
▪ „Ich will mich nur gut vorbereiten“ → Schüchternheit
▪ Besserwisserei → Unsicherheit
▪ Blinder Aktionismus → Hilflosigkeit
Dahinter steckt fast immer Scham – und Humor als Deckel.
🎰 Die Gefühle im Roulette
💥 Das Fast-läuft-über-Gefühl
Der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Christian erzählt von einem Dauerthema im Job, das ihn kürzlich genau dorthin gebracht hat.
→ Globe: Zorn mit einem Anteil Trauer. Hohe Energie, kurze Explosion, danach schlechtes Gewissen.
🏆 Siegesfreude
Nicht zu verwechseln mit Schadenfreude. Christoph kennt sie vom Fernschach gegen Christian. Nebenfrage: Was ist ein Sieg noch wert, wenn keiner mehr gewinnen darf?
→ Globe: Freude pur, mit Zorn als Energielieferant.
🎶 Gänsehaut
Pink Floyds „The Great Gig in the Sky“, die Königin der Nacht – und der Moment, wenn ein Publikum wirklich berührt ist.
→ Globe: Erstaunen Nord. Die Emotion, die stärker wird, wenn man sie teilt.
😟 Gewissensbisse
Rückwärts gerichtet („Ich hätte etwas tun müssen“) oder nach vorn („Kriege ich das hin?“). Zusammen mit dem Zweifel ein Cocktail, der klare Entscheidungen unmöglich macht.
→ Globe: Furcht, Ekel und Erstaunen.
😰 Muffensausen
Christians dritter Anlauf bei der Makroökonomie-Klausur, Christophs mündliche Mathe-Prüfung. Dazu die Atemtechnik gegen Prüfungsangst (siehe Tipp des Tages).
🕳️ Awumbuk
Die Leere, wenn nach einer schönen Party alle Gäste gegangen sind. Der Begriff stammt von den Baining in Papua-Neuguinea.
→ Globe: Trauer.
💬 Zitat der Folge
„Emotionale Stärke bedeutet nicht, weniger Gefühle zu haben. Sie bedeutet, genauer zu wissen, was gerade mit einem passiert – und dann entscheiden zu können, was man damit macht.“
💡 Tipp des Tages
Eine Minute vor Prüfung, Präsentation oder schwierigem Meeting: mehrfach kurz durch die Nase einatmen, dann langsam über die Lippenbremse ausatmen. Viermal wiederholen. Der Parasympathikus springt an, das gedankliche Hyperventilieren hört auf.
✅ Take-aways gegen Tarngefühle
1️⃣ Wahrnehmen, benennen, aussprechen – nicht „mir geht es schlecht“, sondern: enttäuscht, beschämt, neidisch, einsam, überfordert, gekränkt?
2️⃣ Achte auf Deine Tarngefühle. Wenn Du gereizt bist: Was liegt darunter?
3️⃣ Finde einen Menschen, bei dem Du das echte Gefühl aussprechen kannst – und sei selbst so ein Mensch für andere.
🧪 Wochenexperiment
Welches Gefühl hattest Du diese Woche, für das Du noch kein Wort benutzt hast? Finde Dein Wort – und schick es uns.
📱 Challenge
In der App Globe of Emotions findest Du rund 350 Gefühle. Wer eines findet, das noch fehlt, wird mit Namen und Datum in der App verewigt. Zuletzt dabei: Malifizius.
🛠️ Tool-Tipp
EQtex® – deine emotionale Standortbestimmung. Kostenlos auf worldofemotions.com.
🎲 Und: Sollen wir das Gefühlsroulette als Spiel produzieren? Sagt es uns!
📩 Feedback und Themenwünsche: info@3m-podcast.de
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🔗 LinkedIn: Globe of Emotions
Der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen – mit Christoph Theile, Dr. Holger Liekefett und Christian Sega.
Weitere Informationen über uns findest du...
Dr. Holger Liekefett =>LinkedIn
Christoph Theile => LinkedIn
Christian Sega => LinkedIn
oder schaue auch gern auf www.eqting.com und www.world-of-emotions.com und finde viele weitere Informationen rund um das Thema Emotionen
Das Buch zum Thema Emotionen mit dem Globe of Emotions: "Denken wir noch oder fühlen wir schon" von Christoph Theile und Nadja Kahn
Schickt uns Eure Wünsche und Feedbacks an info@3M-podcast.com
Ich gucke auf Kinder, was Kinder lernen müssen, ist mit Sieg umzugehen und nicht Schadenfreude zu haben.
SPEAKER_02Und forscht zur Geschichte von Emotionen. Also ich forsche, also genau zu unserem Thema hier. Und das Buch versammelt, und das ist das Spannende, 156 Gefühle und Gefühlsbegriffe aus unterschiedlichen Zeiten, Sprachen und Kulturen.
SPEAKER_00Herzlich willkommen zum Drei Männer Podcast.
SPEAKER_02Der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen.
SPEAKER_01Immer mit dabei Christoph Teile, Holger Liegefett und Christian Seger. Und häufig spannende Gäste.
SPEAKER_02Ja, hallo und einen wunderschönen guten Nachmittag hier aus dem Studio. Guten Nachmittag. Ja, heute sind wir zu zweit.
SPEAKER_01Jawohl. Christoph. Christian ist da, Christoph ist da und ganz liebe Grüße an den lieben Holger.
SPEAKER_02Der im Urlaub verweilt und wir heute eine Folge ohne ihn machen dürfen. Deshalb steigen wir auch direkt ein in den Titel dieser sehr speziellen Folge. Ich bin gespannt, wie ihr das da draußen finden werdet. Titel der Folge wird heißen Gefühlsroulette. Das Zwei-Männer-Experiment. Jawohl. Gefühlsroulette, das Zwei-Männer-Experiment.
SPEAKER_01Wir trauen uns heute was.
SPEAKER_02Wir trauen uns was und haben da wirklich ein Experiment vor. Wir haben viel diskutiert im Vorfeld zu dieser Folge, der Christoph und ich. Und wir kamen letztendlich über ein Thema, was gerade bei Männern auch so ein bisschen immer wieder mitschwingt, ist das Thema psychologische Sicherheit. Und bevor wir da einsteigen, haben wir in dem Kontext auch nochmal einen Moment des Innehaltens, von dem wir gerade so ein bisschen auch gesprochen haben. Wir haben heute, wo wir diese Folge produzieren, einen Tag vor 9-11. Weißt du noch, 9-11, morgen ist 9-11, morgen jährt sich sozusagen aus heutiger Sicht 9-11 zum 25. Mal. Unfassbar, oder? Unfassbar, 25 Jahre. Und das Schlimme ist, wie ich finde, das Ereignis als solch ist sowieso schon katastrophal, aber das sind ja so Ereignisse. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich weiß noch ganz taggenau und auf die Sekunde genau, wo und wann ich wo, wie war an diesem Tag, als ich von dieser Nachricht hörte.
SPEAKER_01Ja, ne? Ging dir das auch so? Ja, kann ich gleich erzählen.
SPEAKER_02Ich war seinerzeit in Kiel. Ich habe dort in Kiel schon gearbeitet, jungen eingestiegen. Und ich war kurz vor unserem Büro mit dem Auto und bin extra an die Straßenseite gefahren, um die Nachrichten lauter zu schalten und zu hören, was da passiert war, weil ich nicht glauben konnte. Stand sozusagen auf der Straße an der Seite, mitten in der Kiel. Ja, nicht ganz Innenstadt, aber fast. Ja, Wahnsinn. Und das war morgens 11.02 Uhr oder so. Da ging es ja gerade los. Da habe ich davon erfahren. Krasse Norris, mir so im Gedächtnis eingebrannt.
SPEAKER_01Und wenn du das Gefühl beschreibst, was du da hattest, kannst du das?
SPEAKER_02Es war eine Mischung aus heutiger Sicht mit den Emotionen, Lehren, die ich so jetzt hier bei uns wahrgenommen habe und mitnehmen durfte. Was heutiger sagt, eine Mischung aus totaler Fassungslosigkeit, also Erstaunen, aber im Negativen, dass da sowas passieren kann, war für mich nicht vorstellbar. Zweitens dann im selben Moment auch Traurigkeit, unfassbare Traurigkeit und Angst. Was passiert als nächstes?
SPEAKER_01Ja, krass.
SPEAKER_02Weil dann kamen ja weitere Ereignisse noch dazu und auch in der Folge. Und das wirkt ja bis heute nach. Leider.
SPEAKER_01Ja, das stimmt.
SPEAKER_02Und da sind wir auch so ein bisschen bei dem Thema Sicherheit. Krass.
SPEAKER_01Das ist ja so. Wo warst du? Ich war in Spanien, in der Nähe von Ja Frank im Urlaub und war an dem Morgen mit meinen beiden relativ kleinen Nichten im Minigolf spielen. Und dann hat ein ehemaliger Freund mich angerufen und meinte so, halte dich fest. Und wenn du das so am Telefon hörst, kannst du ja erstmal gar nicht sagen. Glaubst du nicht. Und dann ist mir das so bewusst geworden. Und meine Emotionen waren, glaube ich, zwei, einmal entsetzen. Ja. Und ich glaube, ich habe so einen Gänsehautschauer gehabt. Das war so weitreichend. Wahnsinn.
SPEAKER_02Ja, es ist auch heute, wenn man sich da wieder ins Gedächtnis ruft, die Bilder, auch wenn man mal Zusammenfassung sieht, ist es immer noch unfassbar.
SPEAKER_01Ich sehe immer auch dieses Bild von George Bush. Ich glaube, es war ein Kindergarten, wo er da, wo er da gerade war, wo er die Nachricht kam. Die Nachricht bekam, ne? Und wo der Blick, den er da hatte, nicht überrascht war. Das sehe ich noch heute vor mir. Habe ich mich immer gefragt, genau.
SPEAKER_02Wobei wir ja nicht wissen, was ihm genau mitgeteilt wurde ist. Nee, klar. Ja, das so ein bisschen, wir machen da ein stilles Gedenken an all diese schlimmen Opfer und Themen. Aber es reicht halt auch bis heute nach. Und es hat eine Veränderung in uns bewirkt, nämlich das Thema Angst. Und wir reden ja heute auch über Sicherheit, in Verbindung auch mit unseren Emotionen und Gefühlen. Und da kommen wir so ein bisschen wieder mal in die Folge. Und wir haben auch ein bisschen in der Vorbereitung dieser Folge mal ein bisschen in unsere Bibliothek gekramt. Genau genommen in deiner Bibliothek, Christoph, hier aus dem Büro. Und da steht ein spannendes Buch drin. Und das wollen wir euch nicht vorenthalten, weil das ist letztendlich auch eine Basis für diese Folge, ein bisschen zumindest. Und das ist das sogenannte Buch der Gefühle. Es gibt tatsächlich ein Buch der Gefühle von einer Autorin, die 2015 das Buch geschrieben hat. Und die Autorin können wir euch auch nennen, Christoph Weißes. Watt? Watt, genau. Watt, ja. Und die Autorin selber, Tiffany Watt Smith, hat 2015 das Buch geschrieben, The Book of Human Emotions. 2015. Also weit vor uns, beiden bevor uns mit dem Thema. Ja gut, du hast ja schon ein bisschen länger mit dem Thema, aber. Kommt hin. Das Interessante an diesem Buch ist, und ich kannte es tatsächlich nicht bis eben, ich war faszinierend, und das wird auch heute hier eine Schlüsselrolle spielen. Es ist so eine Art Atlas. Und ihr könnt das gerne auch mal euch besorgen, also wirklich zu empfehlen. Es ist interessant, weil Watt Smith, also die Autorin selber, ist Kulturhistorikerin und forscht zur Geschichte von Emotionen. Also ich forsche, also genau zu unserem Thema hier. Und das Buch versammelt, und das ist das Spannende, 156 Gefühle und Gefühlsbegriffe aus unterschiedlichen Zeiten, Sprachen und Kulturen. Dabei kombiniert sie eben auch sehr geschickt noch Psychologie mit Geschichte, Anthropologie, Literatur und Kulturwissenschaften. Und der zentrale Gedanke ist spannend, denn sie sagt, dass Gefühle nicht einfach universell biologische Zustände sind, die überall den gleichen Namen haben und wir anschließend auch mal gleich benennen können. Nein, sie sind eben unterschiedlich geprägt, werden unterschiedlich wahrgenommen und hängen sehr stark von Sprache und insbesondere Kultur ab. Und dann werden wir da heute mal einsteigen. Deshalb haben wir diese Folge eben auch Gefühlsroulette gemacht. Und wir haben noch ein anderes Thema in dem Kontext, auch für uns beide, als wir es vorbereitet haben, herausgefunden. Und damit steigen wir jetzt mal ein mit dem Thema, was Männer gerne mal haben. Wir Männer haben ja so gerne mal so Tarngefühle. Christoph, erzählen wir mal was zum Tarngefühl.
SPEAKER_01Tarngefühle. Das ist so ein bisschen, ich lasse das Gefühl ja auf gar keinen Fall zu. Ich würde es mir niemals eingestehen und sage, also, dass du jetzt hier diesen Ferrari fährst, das interessiert mich ja überhaupt nicht. Also das ist mir ja vollkommen egal. Ja, genau. Das wäre ein schönes Tarngefühl, also ist mir egal für, ich bin super neidisch. Also der Ferrari ist erfunden, ich weiß, dass du keiner hast. Aber so das ist so ein Ding, wo ich sage, nee, nee, nee, das bin ich ja gar nicht, das ist mir gar nicht völlig egal.
SPEAKER_02Und dann am Hintersteckt ist Neid. Der pure Neid. Anderes schönes Ding ist immer, wenn so Leute sagen, so gerade Männer, naja, ich bin halt vorsichtig. Ich bin halt vorsichtig. Was steckt dahinter? Das Gefühl der Angst. Ihr könnt aber nicht sagen, nee, ich hab Angst. Keiner sagt, ich habe Angst. Ihr sagt, nein, ich bin halt ein bisschen vorsichtiger als andere.
SPEAKER_01Oder. Ich bin nicht schüchtern.
SPEAKER_02Ja, genau. Ich will mich nur gut vorbereiten. Ja, genau. Oder was ganz oft auch, das habt ihr vielleicht auch schon mal so erlebt, wenn so Leute anfangen, ins Reden zu kommen und irgendwie bla bla bla bliblab und alles besser wissen. Am Ende des Tages, aber komplette Unsicherheit empfinden. Also Besserwisserei als Synonym für Unsicherheit. Ja, krass. Totale Planungslosigkeit, Unsicherheit. Aber nicht eingestehen können, sagen, okay, ich bin jetzt unsicher bei dem Thema. Ja, genau. Stattdessen wird irgendwie rumgeblubbert.
SPEAKER_01Nicht wissen wird nicht zugelassen.
SPEAKER_02Das sind so Tarngefühle. Vielleicht noch ein, zwei andere. Also was wir auch mal wieder sehen, so, also wenn man so echt im blinden Aktionismus gerät. Hast du schon mal erlebt so bei Leuten, so bei Männern so? Ja, totaler Aktionismus. Richtig. Und dahinter steckt was?
SPEAKER_01Ich weiß auch nicht, was ich machen soll.
SPEAKER_02Komplette Hilflosigkeit. Totale Hilflosigkeit. Also, also das bezeichnen wir so als Tarngefühle und das sind so insofern spannend, weil das ein schöner Aufhänge ist für das, was wir jetzt gleich machen.
SPEAKER_01Ich muss einfach noch den Mark Twain wieder zitieren. Ich liebe sein Zitat, als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen. Ja, genau. Immer, das finde ich so schön, dass es so, ja genau, Hauptsache, wir machen was.
SPEAKER_02Ja, wir machen was. Das ist so ein bisschen, es gibt auch dieses andere schöne Bild. Kennst du das Bild von dem toten Pferd? Ja. Was wir alles probieren, um dieses Pferd wieder zu beleben. Also tausende von Aktionen, Maßnahmen, um uns dann am Ende doch eingestehen zu müssen, also es hat keinen Sinn, das Pferd ist tot. Genau, steigen sie ab, das Pferd ist tot. Das nützt nichts. Also man nützt nichts, keine Chance. Da gibt es ein schönes Bild. Und das sind alles Tarngefühle. Ganz interessant. Interessanterweise sehr häufig bei Männern zu finden in unserer Gesellschaft, gerade in unserer westlichen Zivilisation. Weniger bei den Frauen, glaube ich.
SPEAKER_01Genau. Und weißt du, was es verhindert? Die Scham. Die Scham. Das ist so, weil wenn ich mir das nicht zugestehen muss.
SPEAKER_02Ja, dann kommt halt ein bisschen Humor um drüber. Ach, naja, komm, du wieder, also, ach komm, ist alles Quatsch hier, ne? Und wir sind doch hier Männer. Es wird oft mit Humor kontageriert, der natürlich nicht ernst gemeint ist, sondern dahinter steckt die Scham. Also sich nicht eingestehen zu können, dass wir jetzt hier ein echtes Thema haben. Richtig, genau. Ein Schamgefühl. Und Charmefühl ist natürlich echt übel. Wir haben ja eine Folge gemacht vor allem nicht allzu langer Zeit. Also hört da gerne nochmal rein. Und heute haben wir eben das Thema Sicherheit und das ist natürlich ein riesig Thema in Verbindung mit menschlicher Psychologie. Und da sind Tarngefühle ein Einstieg. So, und das Buch der Gefühle hat uns dann aber noch mehr eröffnet. Und deshalb haben wir heute natürlich so eine Art Zwei-Männer-Roulette entwickelt. Genau. Erklär mal, was machen wir jetzt?
SPEAKER_01Also wir haben ein neues Spiel. Ein neues Spiel entwickelt, ja. Also das lässt sich wahrscheinlich wirklich verkaufen. Ja, habe ich auch gerade überlegt. Wir haben es erstmal auf Zettel geschrieben jetzt. Männer-Rolette. Genau, wir haben es einfach mal so ein paar, also habe ich gemacht. Das Lustige heute ist, Christian weiß nicht. Ich weiß das wirklich nicht, Leute.
SPEAKER_02Ihr könnt mich nicht sehen hier, aber ich kann euch jetzt nichts erzählen.
SPEAKER_01Ich weiß nicht, was kommt. Und was wir jetzt machen wollen, ist, jeder zieht immer ein zufälliges Gefühl und der andere muss sagen, wo hat er das schon erlebt? Wie zeigt sich das? Und vielleicht machen wir am Ende dann wirklich die Einordnung nach Globe of Emotions. Welche Emotionen steckt eigentlich hinter diesem Gefühl? Denn diese, eine Sache muss man sagen, das sind Hauptwörter, also Nomen in dem Buch. Und wir gehen ja immer davon aus, Gefühle sind Adjektive. Ich fühle mich wie ein Adjektiv. Und deswegen können wir das auch sagen, ne? Also deswegen werden wir es hinterher dann auf die Emotionen übertragen. Wie wäre das Gefühl, wenn ich es wirklich fühle?
SPEAKER_02Okay, also ich lasse mich mal drauf ein, Christoph.
SPEAKER_01Ah, das ist, das ist auch ein sehr langes Wort, aber das ist ja, das mag ich sehr gerne. Das ist das Fass läuft-Übergefühl.
SPEAKER_02Das Fass läuft übergefühl. Ja, cool. Fass läuft übergefühlt. Also das ist ja so, ja, genau, der Tropfen, der letzte Tropfen und das Fass übergefühlt. Kennen wir ja, glaube ich, alle, kenne ich auch sehr gut, wo man dann auf einmal voll antriggert. Also das ist so dieses Gereiztzeitthema bei mir. Also jetzt reicht es, das war jetzt wirklich einer zu viel. Das war einer zu viel, ne? Und dann entsteht so eine Mischung so aus Wut, Zorn und Dynamik, die da reinkommt. Ja, genau. Und habe ich tatsächlich jetzt auch vor kurzem wieder gehabt im Kontext, im beruflichen Kontext, wo mich wirklich wieder jemand auf diese sprichwörtliche Palme gebracht hat, mit diesem einen Fass zum Überlaufen gebracht hat, mit einem immer wiederkehrenden Thema, was der Mensch hat, und es nicht tatsächlich gelöst wird bei ihm. Und das hat mir jetzt echt sowas von gereicht.
SPEAKER_01Hat mich voll angetriggert. Ja, das ist voll angetriggert. Also das erzeugt Emotionen. Ja, voll. Also und ich glaube, eine hohe Dynamik dann. Und oft nicht. Wir sind hier in der Emotion Familie der Wut. Und die Wut ist Zorn Trauer. Zorn und Trauer, ja. Das heißt also, ich habe voll die Energie, will es irgendwie loslassen, kann es aber nicht und so weiter. Und dann geht das richtig ab.
SPEAKER_02Aber oft auch natürlich dann in dem, was ich so erlebe, dieses Fass zum Überlaufen, ist dann diese Explosion. Also es ist wirklich ein Instant, was dann rausschießt. Und das macht es ja so gefährlich. Weil hinterher fühlt man sich auch echt scheiße. Und der Auslöser war vielleicht gar nichts Großes. Nichts Großes, genau.
SPEAKER_01Ja, das ist so die Mücke und der Elefant. Genau. Was jetzt auch diese Übung total schön macht, wir haben es schon ein paar Mal gesagt, uns fehlt so ein Vokabular. Uns fehlt die Möglichkeit zu beschreiben, wie so ein.
SPEAKER_02Verwörtern, sagst du ja.
SPEAKER_01Ja, genau. Emotionen oder Gefühle verwörtern, genau. Und das Schöne ist, wenn man es beschreiben kann mit vielen Worten, mit unterschiedlichen, umso leichter wird es es auszusprechen und damit umzugehen. Dafür ist diese Übung einfach gut. Gefühlsroulette. Gefühlsroulette. Okay, na gut. Cool.
SPEAKER_02Mal gucken. Mal gucken. Soll ich jetzt auch mal eine? Dann kommt sie doch auch mal an. Ich ziehe mal auch mal eine hier von unserem Papierstapel. Wir haben hier so einen Papierstapel bei uns und dann ziehe ich jetzt mal einen raus. Ja, auch schön. Christoph, Siegesfreude. Siegesfreude. Guck mal, da lacht er da. Ganz genau.
SPEAKER_01Also wo ich es gerade wieder vor ganz vor kurzem hatte, als ich dich im Schach geschlagen habe. Ja, ja, klar.
SPEAKER_02Ich wusste, dass es. Ich habe schon so, wir spielen ja mal virtuell, nur dass ihr das wisst. Also Fernschach über Online, aber ich sehe immer seinen Grinsen im Hintergrund.
SPEAKER_01Und hier besonders, weil ich stand so schlecht und so auf Verlust und dann dachte ich, eine Idee habe ich noch. Das war sie.
SPEAKER_02Und ich habe mich den Arsch gebissen. Kennt ihr bestimmt alles? Siegesfreude, interessanterweise nicht zu verwechseln mit Schadenfreude. Nein, nein, nein.
SPEAKER_01Genau. Nee, Siegesfreude, das ist aber im Grunde das, was ich gucke auf Kinder, was Kinder lernen müssen, ist mit Sieg umzugehen und nicht Schadenfreude zu haben. Ich darf mich über den Sieg freuen, aber nicht über den Schaden des anderen.
SPEAKER_02Ja, aber ist natürlich in unserer Gesellschaft zunehmend auch wieder schwierig. Überall wird irgendwie Noten abgeschafft und irgendwie darfst du nicht mehr in 100 Meter Lauf gewinnen und müssen andere gewinnen. Wie willst du es denn machen? Also ich meine, wir sind ja ganz schnell in einer ganz anderen Diskussion. Was ist der Sieg der noch wert? Ein Gefühl, was verloren geht. Ja, so ein bisschen. Mittelmäßigkeit. Mittelmäßigkeit. Fußball ist ja auch, wir sind ja dreimal hintereinander Weltmeisterschaft ausgeschieden. Das ist ja da noch egal.
SPEAKER_01Will man nicht mehr gewinnen. Genau, das muss ein Tarngefühl. Das ist ein Tarngefühl, ja. Ist auch egal.
SPEAKER_02Ist auch egal. Ist mir auch nicht wichtig. Ist mir nicht wichtig. Ja, aber da seht ihr, wo das hin wird. Aber Siegesfreude. Da steckt natürlich die Freude pur drin im Globe.
SPEAKER_01Freude ist natürlich schön. Ankommen. Und Siegesfreude hat aber immer den Zorn noch mit dabei. Das heißt, Energie. Ah, ja. Mega, mega. Okay. Du hast ja ein schönes für mich gezogen. Jojo, jetzt bin ich mal gespannt, was ich kriege hier. Ich gucke mal, ich nehme den mal hier. Oh ja, das ist auch, da bin ich auch gespannt. Das ist das Gefühl von Gänsehaut.
SPEAKER_02Oh, Gänsehautgefühl. Gänsehautgefühl ist super interessant. Wann habe ich das? Also, wo ich es sehr häufig habe, weil ich tatsächlich sehr viel und sehr gerne Musik höre. Und ich bin ja, das habe ich, glaube ich, mal in einer der allerersten Folgen gesagt, ich bin ja so ein Altrocker in Anführungsstrichen nie Musik gemacht, aber ich höre ganz viel so von den alten klassischen Bands. Und eine meiner Lieblingsbands, wenn nicht so überhaupt die Lieblingsband schlechthin, ist Pink Floyd, für die, die es noch kennen. Und die haben ganz berühmte Songs gemacht und einer dieser Songs, der gar nicht so bekannt ist, ist aber The Great Geek of the Sky. Und The Great Geek of the Sky zeichnet sich dadurch aus, dass dort in diesem Song nicht die Band als solches im Vordergrund steht. Die machen einen tollen Song, aber du kriegst immer Gänsehautgefühl, wenn die drei Vocalsängerinnen da bis in die höchsten Töne da den Vocal Background raushauen. Unfassbar! Unfassbar, wie man so singen kann. Das erzeugt bei mir ein Gänsehautgefühl oder auch bei einer Arie zum Beispiel. Wenn du in die Oper gehst. Ich bin auch sehr gerne in der Oper. Das finde ich toll. Das sind echt Königin der Nacht. Wahnsinn.
SPEAKER_01Es gibt noch einen Moment, wo ich an Gänsehaut denke, das war irgendwie auch einigermaßen lustig. Es war in der Speaker-Ausbildung, die ich gemacht habe. Und dann hat der Trainer gesagt: wenn du auf die Bühne gehst und Informationen rüberbringst, 500 Euro. Gänsehaut 10.000. Okay, okay. Okay. Und da fand ich cool. Ja, das stimmt. Das stimmt. Oh ja, klar. Menschen Massen zu begeistern. Menschen begeistern und bewegen und dass bei denen wirklich emotional was passiert.
SPEAKER_02Und das tut es ja auch. Also es fangen Menschen an zu weinen, es fangen Menschen an zu kreischen, kleben dir sprichwörtlich an den Lippen. Also wenn du die Zuhörer so begeistern kannst, Gänsehautmoment. Ja, Wahnsinn, das ist eine Kunst. Total. Das ist eine Kunst des Redens, des Spiegeling, aber auch natürlich die Inhalte. Ja. Nicht nur. Ja, also fand ich damals.
SPEAKER_01Ja, hat mich voll mitgenommen. Tolles Bild. Jetzt weißt du, was du nicht tun sollst.
SPEAKER_02Gänsehautmoment. Wo sind wir da so emotional?
SPEAKER_01Was ist die? Also die Gänsehaut, ich überlege gerade, wo du da. Das ist ganz sicherlich eine Form von Erstaunen. Und zwar Erstaunen über etwas, was mir jemand erzählt. Das heißt, wir sind also in der Emotion, die ich mit anderen teile. Und wenn ich sie mit anderen teile, dann wird sie ja auch immer stärker. Und das ist etwas, wo ich sage, wow, das berührt mich zutiefst. Und das ist ganz höchste Energie, die sich in mir aufbaut. Also, wir sagen, wenn wir Globe gucken, Erstaunen Nord.
SPEAKER_02Erstaunen Nord, genau. Also mit anderen dann.
SPEAKER_01Ganz genau. So sieht es aus, ganz genau.
SPEAKER_02Okay. Spannend. Okay, ja. Hast du noch?
SPEAKER_01Du darfst sehen, genau. Ach ja, ich darf zählen. Ganz kurz.
SPEAKER_02Ja, auch nicht schlecht.
SPEAKER_01Das Toilette geht weiter oben. Dein Grinsen befies, genau. Wie sieht es denn aus? Gewissensbisse. Gewissensbisse, genau. Uh, uh, genau. Ich habe Gewissensbisse. Das ist natürlich ein ganz übles Gefühl. Riesenting. Ich habe etwas getan, was ich nicht hätte tun sollen, was jemand anderen Schaden zugefügt hat. Das ist so ein bisschen, das ist meine Interpretation davon. Ich hätte was sagen müssen. Ich hätte was tun müssen.
SPEAKER_02Ja, das ist sozusagen eine Ausprägung, kann ich 100% verstehen. Für mich gibt es sie, also das ist so ein bisschen ex-Post, für mich gibt es sie aber auch ex ante, so nach vorne gerichtet. Ich habe Gewissensbisse, das jetzt zu tun. Echt wahr? Ja, irgendwas zu tun, also Entscheidungen zu treffen. Weißt du, in die Zukunft gerichtet? Also soll ich jetzt meinen scheiß Job kündigen oder nicht?
SPEAKER_01Alles klar, okay. Aber den Job kündigen, das Gewissen müsste ja eigentlich irgendwas sagen. Irgendwas ist nicht gut. Ja, genau. Ja, ist. Wieso denn? Soll ich jetzt AfD wählen?
SPEAKER_02Ja, das ist noch ein anderes Thema. Nee, aber das ist schon krass. Also wenn man das, ich verstehe das Rückwärtsgerät, klar, logisch. Oh Mist, oder jetzt habe ich da was falsch gemacht. War interessant. Ich habe sie eher in meiner Projektion sofort in die Zukunft gerichtet. Das ist wirklich interessant. Oder wenn ich mein Leben ändern will, ist natürlich ein Riesending und man änderst nicht einfach dein Leben, aber kleine Schritte führen dahin. Also zum Beispiel zu sagen, ich möchte mehr auf mich selbst achten, habe aber ein Gewissensbissen von mir selbst, ob ich das hinkriege. Ah, okay.
SPEAKER_01Das sind vorweggenommene Gewissensbissen.
SPEAKER_02Ja, genau. Aber das ist spannend. Und da sind ja am Ende, manche würden sagen, Zweifel. Der Zweifel, ja. Der Zweifel ist das wieder. Und da gibt es dieses schöne Filmchen hier, ne? Alles steht Kopf. Genau. Da ist er wieder. Der Zweifel wurde im zweiten Film, falls ihr dir mal guckt, der Disney-Film, alles steht Kopf, Inside Out, kommt der Zweifel hinzu und dreht völlig durch. Genau.
SPEAKER_01Und übernimmt dich komplett. Richtig. Und wenn das so ist, das Zweifel und Gewissensbisse passen gut zusammen, dann haben wir eine Kombination aus Furcht, Ekel und Erstaunen.
SPEAKER_02So, und dann hast du ein drei. Dann drehst du durch. Drei überleiten, du drehst, sprich völlig durch und bist vor allen Dingen, und das ist das Schlimme, liebe Leute, da gab es wieder, liebe Leute, nicht mehr in der Lage, klare Entscheidungen zu tragen. Nee, das stimmt. Ganz großes Problem übrigens. Und man glaubt gar nicht, es gibt viele Menschen, die Gewissensbisse haben.
SPEAKER_01Ja. So, jetzt habe ich ein. Ich ziehe hier gerade nochmal eins ein. Das ist so ein richtig deutsches Wort, wofür es, glaube ich, kaum eine Übersetzung gibt. Und das Gefühl heißt Muffensausen. Muffensausen.
SPEAKER_02Boah, ey. Muffensausen, ja klar. Also Angst. Ja, habe ich auch gehabt schon, Muffensausen. Ich kann dir auch ganz genau sagen, wann ich das wirklich mal im Extremum hatte. Schon lange her. Das kommt aus meiner Studienzeit, das weiß ich noch ganz genau. Und zwar bin ich da im Studium seinerzeit in eine Situation gekommen, wo ich eine Klausur zweimal vergeigt habe und ich musste das dritte Mal schreiben. Ja. Also existenziell damals. Wenn du durchfällst, warst du. Bin ich raus. Ja, kann ich wieder das. Also in dem Fall war das BWL-Studium. Und es war eine Klausur, ich weiß nicht, wie heute, makroökonomische Theorie. Das ist ganz Spannendes. Muffenshausen. Und ich bin da echt mit, also wirklich Muffensausen. Obwohl ich beim dritten Mal wirklich, glaube ich, alles Inside Outkamer. Ich bin in diese Klausur wirklich mit Muffensausen rein. Ich kannte das gar nicht von mir. Aber es war so, dass alle Bilder in mir hochkamen. Was passiert und also Externstern, was passiert danach danach, irgendwie, ich werde irgendwie auf der Straße liegen, keine Ahnung, keine Ausbildung, nichts, wirklich Muffensausen gehabt. Krass. Ja, war echt krass.
SPEAKER_01Ich finde dieses Wort ja ganz großartig. Ja, Muffe.
SPEAKER_02Muffensausen ist ja gar nicht. Muffe ist ja eigentlich ein technisches, ein technischer Begriff, eine Muffe. Also Muffe. Ja, alles. Und Sausen, ja klar.
SPEAKER_01Und du?
SPEAKER_02Muffensausen?
SPEAKER_01Ja. Kennst du das? Das kenne ich voll. Also ich habe ja Mathematik studiert und wenn ich an diese Prüfung denke, in die ich reingehen musste, mündlich. Siehst du auch eine Prüfungssituation? Total, sofort.
SPEAKER_02Also viele Leute wahrscheinlich Muffensäußen in Prüfung.
SPEAKER_01Genau. Oder ich habe, glaube ich, mal so einen Workshop gemacht, da wusste ich nicht so genau, ob ich das hinkriege. Dann ist es so ein leichtes Gefühl, aber das kann fies werden, kann schwer werden. Aber das ist nicht mehr so da. Aber ich glaube, bei Prüfungssituationen, da wird es.
SPEAKER_02Aber das haben viele mit den Prüfungen. Was können wir den Leuten ja mitgeben? Also ich meine, das ist vielleicht nochmal ein, wir sind ja auch so gern mit Wochentagestipp, Wochentipp. Ja, klar, genau. Was gibst du den Leuten mit, die Muppenposer haben, Muffensausen haben?
SPEAKER_01Also das meine Grundhaltung dazu ist tatsächlich Atemtechnik. Es gibt eine Atemtechnik, die hier aus meiner Sicht total hilft, weil, das haben wir mittlerweile nachgewiesen, über die Herzratenvariabilität, dass der Parasympathikus sofort ansprengt und das ist der, das ist das Nervensystem, was dich voll beruhigt. Und einfach so zum Mitatmen, können wir ja mal machen hier, durch die Nase einatmen. Das geht so ganz langsam, ganz, ganz lang, und dann atmest du durch eine Lippenbremse aus. Und Lippenbremse, du hast gerade vom Singen gesprochen, kennt man vom Singen. Das heißt, du bremst den Luftstrom. Das machst du viermal, also durch die Nase ein und dann atmest du also einmal ein und viermal so einen Stoß aus. So. Mach das eine Minute, bevor du in diese Prüfung reingehst. Genau, ganz genau, super.
SPEAKER_02Eine Minute vor, bevor du reingehst.
SPEAKER_01Und dann hörst du auf, dann gehst du rein. Okay. Und dann bist du so sehr runtergefahren, dass dieses Hyperventilieren rausgeht. Weil dieses geistige Hyperventilieren, was wir ja dann haben, nimmt dem Gehirn die Durchblutung.
SPEAKER_02Das ist übrigens auch eine gute Übung für alle, die vor anderen Menschen reden müssen. Ja. Bühnenauftritt, Präsentation, Teammeeting kann man machen, ne? Total. Also nicht nur Klausur, weil du bist ja mit dir selbst zugange. Und diese Atmung, die ist so kraftvoll.
SPEAKER_01Ja, das ist ja mittlerweile auch bewiesen, Atmung, dass das einen Riesenimpact hat. Das ist das Grundlage von unserem Leben, wissen wir. Und wenn man das richtig steuert, eine unfassbare Übung. Also deswegen das für alle aufprobieren. Guter Tipp. Also das gegen Muffensaußen.
SPEAKER_02Zwei noch oder ein letzter?
SPEAKER_01Ein letzter, komm, du ziehst noch einen?
SPEAKER_02Ich zieh noch einen. Okay. Hier in so einem großen Stapel. Ja, das ist ich kann es gar nicht lesen. Oh, ja.
SPEAKER_01Das ist Avumbok. Awumbuk ist ein afrikanisches Gefühl, was ich ganz, ganz stark finde. Und das ist, stell dir vor, du hast eine Party gefeiert und war ein richtig schöner Abend. Und dann gehen alle Gäste. Die Lehre. Und dann genau. Und dieses Gefühl von Lehre, wenn du jetzt alleine da bist. Das ist so ein, das ist so, auf einmal ist die ganze Spaß und Freude, das war gerade so schön alles und dann ist auf einmal keiner mehr da. Und das beschreiben, das kommt aus dem Amerikanischen und sagen, das ist so ein, das ist. Ich habe jetzt Awumbok. Ich habe jetzt Awumbok. Und das hat ein bisschen was, vielleicht was Depressives, was Leeres, also es kommt ganz sicher aus der Trauer. Das Gefühl, jetzt ist es hier irgendwie still und eben war es noch so schön. Wo sind die alle? Ja. Ja, spannend. Voller Abschied. Also auch wie wir jetzt wir gleich mit unserer Erfolge machen müssen, dann haben wir beide Avumbuk.
SPEAKER_02Ja, guter, guter Überleitungssatz. Wir haben Awumbuk, weil wir kommen an das Ende. Nichtsdestotrotz würde ich gerne noch einmal, wir machen ja mal gerne so eine Zusammenfassung im Stile jetzt von Awumbuk. Also wichtig ist vielleicht, dass ihr mitnehmt von heute, also wir haben Tarngefühle, gerade Männer haben sie. Hört mal genau hin, das ist immer ganz schön. Die Frauen nicht so, die benennen ihre Gefühle sehr deutlich häufig. Viel leichter, ja. Viel leichter. Und es ist vielleicht so, wenn wir so ein Takeaway nehmen, dass wir letztendlich auch mitnehmen können. Also wahrnehmen, benennen, aussprechen. Wahrnehmen, benennen. Also das haben wir ja immer mal gerne. Also dass wir sagen, okay, wir wissen genau, was gerade mit einem passiert. Das ist dieses Wahrnehmen. Und das ist nicht so instant. Darüber kann man einfach mal die eine oder andere Minute kurz nachdenken. Und dann kannst du entscheiden, was du damit machst. Also nicht sofür zu reagieren, sondern zu sich zu fragen, was passiert hier gerade mit mir? Wieso ist meine Emotion jetzt gerade in diese Richtung veräuschend? Genau. Das ist zu hinterfragen.
SPEAKER_01Und das muss man nicht mit jedem teilen, sondern zu sich selber zu fragen. Ja, genau, das Aussprechen. Und das ist im Grunde die Strategie gegen das Tarngefühl.
SPEAKER_02Genau, das ist die Strategie gegen das Tarngefühl. Also nicht zu fragen, mir geht es schlecht, sondern zu versuchen herauszufinden, bin ich enttäuscht oder bin ich beschämt oder neidisch oder einsam oder überfordert, gekränkt. Dann also erweitere das Vokabular, dieses Bindern. Das Zweite, was wir sagen können, achte auf die Tarngefühle. Das hatten wir eben schon. Also wenn du gereizt bist zum Beispiel, frag dich, was ist eigentlich drunter unter dem Reiz? Wieso jetzt? Ganz genau. Und drittens, vielleicht, das ist dann eher so Beziehung, finde gerne einen Menschen, bei dem du das echte Gefühl aussprechen kannst. Das ist auch noch wichtig. Also das ist, sei selbst jemand, bei dem das andere auch können.
SPEAKER_01Ja, mega.
SPEAKER_02Das ist natürlich, da muss man eine gute Beziehung haben und gerade mal eins zur Hand haben. So wie wir beide hier sind. Mit Avumbuk.
SPEAKER_01Ich bin jetzt echt traurig, Christian. Ja, genau. Also so unter wirklich guten Freunden kann man das lernen.
SPEAKER_02Also benenne es genau und erzähle es einem Menschen davon, bei dem du vertraust und dann beobachte mal, was da passiert auf der anderen Seite. Und damit kommen wir dann zum Abschluss, die emotionale Stärke, von der wir immer reden, bedeutet in dem Fall nicht, weniger Gefühle zu haben. Im Gegenteil. Sie bedeutet, genauer zu wissen, was gerade mit einem passiert und dann entscheiden zu können, was ich damit mache. Das stimmt.
SPEAKER_01So, und ihr dürft uns jetzt gerne schreiben, ob ihr sagt, wir sollen das Spiel gefühlsvollett auflegen und sagen, können wir mal eine kleine Produktion machen. Ja, genau. Und ich fand, ich hatte echt Spaß dran.
SPEAKER_02Ja, ich finde das jetzt auch eine ganz interessante Erfahrung, weil ich nicht wusste, was kommt. Du kanntest die Begriffe ja schon vorweg. Ja, ich glaube. Zumindest, weil du sie ausgesucht hast. Ich kannte sie wirklich nicht. Deshalb vielleicht noch für euch da draußen auch noch ein Wochenexperiment oder so. Sondern welches Gefühl habt ihr diese Woche, für das ihr noch kein Wort benutzt habt?
SPEAKER_01Das ist eine schöne Frage.
SPEAKER_02Nehmt das einfach mal mit. Also welches Gefühl habt ihr, für das ihr noch kein Wort benutzt habt und überlegt euch vielleicht ein Wort?
SPEAKER_01Und nicht ausgesprochen. Nicht ausgesprochen. Und deswegen schickt uns gerne coole Gefühle. Vielleicht noch an dieser Stelle, es gibt ja die App Globe of Emotions. Ja. Und in dieser App findet ihr 350 Gefühle. Das stimmt. Und da gibt es eine Challenge. Jeder, der ein Gefühl findet, was es da noch nicht gibt, kann sich da verewigen. Dann kann er was zuschicken und dann kommt er da mit Namen und Datum rein, wie er will. Cool. Und eins der schönsten neuen Gefühle, die da kam, war malefiziös.
SPEAKER_02Malefiziös.
SPEAKER_01Genau, malefiziös ist eine schöne Umschreibung von super bösartig. Bösartig. Malefötig. Fand ich großartig. Das kann man dort finden. Okay, cool. Und für alle, die Lust haben, sagen, ich gucke mal, mir fällt sicherlich auch noch was ein. Machen, schickt uns was zu. Und dann seid ihr Teil der App.
SPEAKER_02Cool. Ja, sehr schön. Das ist super. In dem Sinne, vielen lieben Dank für euch, das Zuhören. Haltet einen Moment inne. Macht einmal Gefühlsroulette. Genau.
SPEAKER_01Und wir haben so ein bisschen Awumbok, dass Holger nicht dabei war.
SPEAKER_02Auf jeden Fall, lieber Holger, du bist gerade in Slowenien. Wir sind Awumbok. Komm halt und wir sind wieder mit deiner Familie. Also in dem Sinne, alles Gute. Vielen lieben Dank.
SPEAKER_00Ciao. Tschüss. Vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seid.
SPEAKER_01Wir freuen uns auf euer Feedback auf www.3m-podcast.de Und sollte es Themen geben, die euch so sehr interessieren, dass ihr sagt, könnt ihr die nicht mal in eurem Podcast diskutieren, schreibt uns eine Mail an info.de
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