3 Männer Podcast

#46 Wie Worte die Angst verändern

Christoph Theile, Dr. Holger Liekefett, Christian Sega

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 33:37

Send us Fan Mail

Wie Worte die Angst verändern

In einer Welt voller Unsicherheiten, Kriege und schlechter Nachrichten fühlen sich viele Menschen ängstlich und verunsichert. In dieser Folge des Drei-Männer-Podcasts gehen Christoph Theile, Holger Liekefett und Christian Sega der Frage nach, wie wir mit dieser allgegenwärtigen Angst umgehen können. Sie erklären, was Angst aus emotionaler Sicht bedeutet und stellen eine wissenschaftlich fundierte Methode vor, mit der wir unsere Ängste aktiv beeinflussen können: Effect Labeling.

Themen dieser Folge:


• Das Gefühl der Unsicherheit: Warum fühlen wir uns in der heutigen Zeit so unsicher und wie befeuern Medien und unser Umfeld dieses Gefühl?

•Was ist Angst? Eine emotionale Einordnung: Welche Emotionen stecken hinter der Angst und warum legt sie unser System lahm?

•Die Macht der Worte: Wie das Benennen von Gefühlen die Aktivität in unserem Gehirn verändert und uns hilft, die Kontrolle zurückzugewinnen.

•Effect Labeling: Eine detaillierte Vorstellung der Methode, die auf den drei Schritten Wahrnehmen, Benennen und Normalisieren (Vabeno) basiert.

•Der Rumpelstilzchen-Effekt: Wie das Aussprechen einer Angst ihre Macht über uns verringert.

•Praktische Anwendung: Beispiele aus dem Coaching und Alltag, wie du Effect Labeling nutzen kannst, um mit Stress und Ängsten – wie der Angst vor Bewertung bei Präsentationen – umzugehen.

Zitate aus der Folge:

"Wir werden uns nie wieder sicher fühlen."

"Label drauf, Alarm runter."

"Wie Worte Angst verändern können."

"Ich habe Angst vor Bewertung."

Die Vabeno-Methode (Effect Labeling):


1.Wahrnehmen: Innehalten und spüren, was du gerade fühlst.

2.Benennen: Gib der Emotion einen präzisen Namen. Bist du "unsicher", "ängstlich" oder hast du "Panik"?

3.Normalisieren: Akzeptiere das Gefühl. Sage dir selbst: "Es ist okay, dass ich das gerade fühle."

Erwähnte Studien:

•Studie von Liebermann in Psychological Science zum Thema Effect Labeling.

•Überblicksstudie im Emotion Review mit dem Titel "Label drauf, Alarm runter".


Weitere Informationen über uns findest du...

Dr. Holger Liekefett =>LinkedIn
Christoph Theile => LinkedIn
Christian Sega => LinkedIn

oder schaue auch gern auf www.eqting.com und www.globe-of-emotions.com und finde viele weitere Informationen rund um das Thema Emotionen

Das Buch zum Thema Emotionen mit dem Globe of Emotions: "Denken wir noch oder fühlen wir schon" von Christoph Theile und  Nadja Kahn

Schickt uns Eure Wünsche und Feedbacks an info@3M-podcast.com

SPEAKER_04

So, und es gibt eine Methode, die wir auch hinterfragt haben, recherchiert haben. Die nennt sich Effect Labeling. Effect Labeling aus dem Englischen.

SPEAKER_03

Den Spiegel gesehen und da stand irgendwie ein Artikel unter, ich weiß nicht mehr genau, wie es genau hieß, aber wir werden uns nie wieder sicher fühlen.

SPEAKER_02

Ey, es ist Gewinn 6 Milliarden. Hallo? Wir haben jetzt gerade keinen Verlust von 20 Millionen. Gewinn 6 Milliarden anstatt 12 Milliarden. Na Gott, das ist ja schon echt. Wir empfinden das als Negativ. Dass wir nur noch 6 Milliarden Gewinn machen. Herzlich willkommen zum Drei Männer-Podcast.

SPEAKER_05

Der Podcast über Emotionen und Dinge, die uns bewegen. Immer mit dabei Christoph Teile, Holger Liegefett. Und Christian Seger. Und häufig spannende Gäste.

SPEAKER_04

Einen wunderschönen guten Nachmittag hier aus dem Studio am Stadtdeich, liebe Leute. Hallo. Liebe, liebe Leute. Da sind wir wieder. Leute und Leutinnen. Euer Drei-Männer-Podcast heute mit einer ganz, ganz tollen Nachricht vorweg. Wir freuen uns, dass wir durch euch da draußen 5000er Marke geknackt haben. Also ganz lieben Dank. 5000 Downloads von unserem 3-Männer-Podcast, aktuell in der Staffel 3. Ja, fantastisch, oder?

SPEAKER_03

Christoph ist wieder mit mir im Studio hier heute. Genau, also gestern haben wir das gelesen. Volle Begeisterung. Ja, volle Begeisterung. Total. Freude pur. Ja, genau. Es macht auch echt Spaß. Wenn wir gehört werden, dann ist die Motivation ja noch viel höher.

SPEAKER_04

Es ist spannend, ne? Also es ist echt toll. Also ganz, ganz herzlichen Dank an euch alle da draußen, die uns da die Treue halten, auch das Feedback und fehlen natürlich auf zur nächsten fünf. Also zehn. Dann mal gucken, wie es weitergeht.

SPEAKER_05

Bei zehn lassen wir es auch richtig machen. Ja, dann machen wir mal dann.

SPEAKER_04

So, Mineralwasser mit Mineralwasserfolge, genau. Ja, also das waren die freudigen News. Dann müssen wir jetzt sozusagen einen emotionalen Schwenk machen in die aktuelle Folge hinein. Sehr krasser Schwenk. Und die aktuelle Folge heute beschäftigt sich mit einem Thema, was wir auch leider muss man sagen, so ein bisschen im aktuellen Kontext sehen müssen. Und ich leite das mal ein. Also wir haben einen aktuellen neuen Krieg da draußen, nicht nur in der Ukraine, jetzt auch im Nahen Osten. Wir haben Präsidenten, die sich nicht mehr an die Regeln halten, Staatsführer, die völlig durchdrehen, wir haben die Weltordnung, die so ein bisschen irgendwie auf Regeln basiert, aber nicht mehr basiert, hat man so den Eindruck. Ja, und all das ist so eine unglückliche Gemängelage. Und auf einmal fühlt sich alles so ganz nah und doch auch sehr unsicher an. Und deshalb haben wir uns heute mal dazu entschieden, also gerade auch im aktuellen Kontext, eine Folge zu machen zu dem Thema Angst. Und deshalb lautet der Titel dieser Folge, weil wir euch auch was mitgeben wollen, wie Worte Angst verändern. Ich wiederhole nochmal, wie Worte Angst verändern. Wir haben das schon mal in der zweiten Staffel in einer Folge angerissen, aber nur so am Rand. Und wir denken, dass das in diesen Zeiten sehr wichtig ist, dass wir das Thema mal aufgreifen und auch am Ende euch eine gute Methodik mitgeben wollen, wie wir mit all diesen Themen, die da so für uns diese Unsicherheit, diese Angst befeuern, vielleicht umgehen können. Und bevor wir das machen, wollen wir mal so ein bisschen das Ganze einsortieren.

SPEAKER_03

Vielleicht nochmal so ein Punkt. Ich glaube, ich habe die Woche den Spiegel gesehen und da stand irgendwie ein Artikel und auch, ich weiß nicht mehr genau, wie es genau hieß, aber wir werden uns nie wieder sicher fühlen. Das passt so sehr in die Zeit, ne?

SPEAKER_04

Ja, und alles fühlt sich so ganz nah an. Ich habe jetzt das Wort Krieg da rausgelassen, was war auch eine Spiegelheadline. Auf einmal fühlt sich Krieg ganz nah an, aber jetzt fühlt sich alles irgendwie nah und doch anders an.

SPEAKER_02

Ja, ja, was die Medien momentan mit uns machen und auch was die Social Media Plattformen mit uns momentan machen und den Menschen, die vielleicht etwas weniger reflektiert sind und etwas weniger sich genau damit beschäftigen, es erzeugt halt in uns einfach eine Situation, die ist unangenehm. Und ich habe selten so viele Diskussionen, auch in so kurzen Gesprächen mit Menschen, mit der Familie im Umkreis geführt, wo es immer wieder um diese Themen ging. Also es ist eine so extreme Verunsicherung vorhanden, das ist einfach nicht schön. Und da wollen wir ja vielleicht mal den Menschen so ein bisschen, denen unseren Zuhörern, vielleicht ein bisschen was mitgeben können, wie man vielleicht diesen Zustand der Angst auch mal verändern kann.

SPEAKER_04

Ja, aber da habe ich nochmal eine Frage zu. Also du sprichst von Verunsicherung. Ist Verunsicherung gleich Angst? Weil ich nehme das auch wahr, diese Verunsicherung, aber ich nehme auch eben Angst wahr. Aber Angst ist für mich sozusagen nochmal was anderes.

SPEAKER_02

Angst ist der Kern und letztendlich die Verunsicherung eine Folge heraus. Okay, ja. Weil ich Angst habe, fühle ich mich bei all den Dingen, die ich vorher gemacht habe, auf einmal hinterfrage ich sie. Also es ist so dieser, ich sage jetzt mal, ich gehe aus dem Haus, habe ich die Tür abgeschlossene Effekt.

SPEAKER_04

Ja, gut.

SPEAKER_03

Und deshalb, also ich, für mich wäre das fast von zwei Seiten. Du hast die Unsicherheit, führt in die Angst und steigert die Unsicherheit. Also das ist so ein Ding, was es fängt unsicher an. Und denkst du, so ein bisschen so. Aber bis das wirklich Angst wird, dauert dann noch. Aber dann wird die Unsicherheit immer größer.

SPEAKER_02

Ja, und dieses Befeuern, das halt stattfindet durch die Medien und vielleicht sogar durch dein eigenes Umfeld. Du wirst ja leider noch darin bestätigt in dieser Verunsicherung.

SPEAKER_04

Ja, wodurch wirst du bestätigt. Du meinst das, weil die Medien so auf uns einprasseln oder weil wir nur noch mit Menschen zu tun haben, die genau das bestätigen, was man sowieso schon fühlt? Oder wie siehst du das?

SPEAKER_02

Guck dir die Nachrichten an, guck dir morgens, ich habe immer noch so ein Ritual, dass ich das Morgenmagazin mir angucke. Schau dir mal die Nachrichten an. Was ist denn darin Kernthema? Irgendwie Bad News. Und die Bad News, zeigen dir nochmal, warte mal, der Spritpreis geht nach oben, der Krieg geht weiter, die Kosten steigen, etc. Also wo ist da irgendwo mal die Nachricht, die dir jetzt den Boden wieder unter deinen Füßen sozusagen hart machen würde? Nee, der ist gerade, oh Gott, habe ich noch einen Boden unter den Füßen.

SPEAKER_04

Ja, aber in meiner Welt, also alles verstanden, es ist natürlich immer, Holger, eine Frage, jetzt nehme ich mal dieses alte Kneipenbeispiel, ist das Bierglas halb voll oder schon halb leer? Korrekt. Wie ich drauf schaue und mit welcher Haltung ich reingehe.

SPEAKER_02

Und da haben wir genau das Problem, dass vielleicht steht der Tröpfen hüllt den Stein, alter Spruch, aber es ist in dem Fall vielleicht auch ein Stück weit Wahrheit hinterher. Je stärker ich daran arbeite und immer wieder das penetriere, desto mehr kommen vielleicht diese Zweifel hoch. Und dann, vielleicht ist da doch was dran.

SPEAKER_03

Ja. Ja, Wahnsinn. Genau. Wir haben, was ich nochmal sehr interessant fand, ich weiß nicht, ob ihr es gesehen habt, die Kommunikation aus den USA zu dem Krieg in Iran. Die haben ja jetzt wirklich ganz, ganz blind an, haben immer gesagt, nee, nee, kein Krieg. Nee, das ist nur eine ganz dynamische Reaktion. Und es ist auf gar keinen Fall ein Krieg. Und haben das war irgendwie sehr, sehr witzig, wo wir auch gerade bei den Worten sind. Sie haben versucht, das irgendwie runterzuspielen. Weil das Wort Krieg wirkt.

SPEAKER_04

Krieg wirkt, keine Frage, weil jeder davon, glaube ich, ein Bild hat, was natürlich erstmal Schrecken verursacht. Ich glaube nicht, dass ich einen Menschen benennen könne in meinem Umfeld, der irgendwie Krieg schön findet. Nee, mit Sicherheit. Also im wahrsten Sinne des Wortes, ne? Weil wir halt eben so viele schlimme Bilder sehen. Und wir alle ja selber hier, also wir drei auf jeden Fall, aber auch unser Umfeld, ja, ich sag mal, in totalem Frieden bisher aufgewachsen sind. Wir sind Lummerland.

SPEAKER_02

Wir sind hier in Lummerland und sonst geht es unfassbar gut. Natürlich. Manchmal haben wir leider nicht mehr dieses Bewusstsein, dass es uns so gut geht. Die Dankbarkeit, die Demut ist leider nicht in der Form ausgeprägt.

SPEAKER_04

Und das meine ich mit halb leer oder halb voll. Ja, bin ich komplett. Immer noch, immer noch, trotz aller wirklich schlimmen Nachrichten. Nun haben wir diese Angst, da irgendwie trotzdem draußen. Ich glaube, wir können das bestätigen. Jeder von uns kennt Menschen, die sehr ängstlich sind zurzeit, also Unsicherheit und Angst. Und das hat natürlich verschiedenste Mechanismen zur Folge. Aber was ist denn, wenn wir das mal einsortieren, die Angst letztendlich in unserem Emotionenkontext? Wir haben das schon mal erklärt im vergangenen Jahr. Wir tun das gern nochmal, denke ich. Damit das nochmal auch dazu führt, wie wir vielleicht damit lernen können, ein bisschen anders umzugehen. Was ist Angst in unserem Kontext?

SPEAKER_03

Ja, vielleicht zwei Emotionen. Genau. Genau. Zwei Emotionen, die ungünstig verteilt sind im Globe. Wir haben immer gesagt, es gibt eine Kombination. Es gibt ja die Reihenfolge, wenn es genau nur eine dazwischen liegt, dann ist es total ungünstig, auch nachvollziehbar. Und wir haben zwei Bedürfnisse, die gestört sind. Und die beiden Bedürfnisse, die gestört sind, sind Sicherheit und Gesundheit. So, wir haben also eine Emotion für Sicherheit, das ist unsere Furcht, und eine Emotion für Gesundheit, das ist die Emotion des Widerstands. Ich muss ja Widerstand bieten, damit ich nicht krank werde. So, in so einer Situation können wir uns vorstellen, es geht also ja nicht um physisches, sondern um Geistiges. Das heißt, wenn ich jetzt, ich habe Angst um Wohlergehen, Gesundheit von Familie, von all meiner Umgebung und die Sicherheit ist komplett gestört. So, jetzt der Effekt, wenn wir auf den Globe gucken, heißt, klares Decken, klares Denken nimmt ab. Es gibt eine Emotion, die liegt daneben, die steht für unsere Klarheit, die zu finden. Die Verachtung. Dann gibt es die Emotion, die Dynamik verhindert. Also jetzt ist eine Erstarrung, kommt dadurch zustande. Und das Schlimmste von allem ist, was in der Mitte liegt, ist die Trauer, die Emotion des Loslassens. Also ich kann die Bilder, die jetzt von überall kommen, die wir im Fernsehen sehen, die auch von den Medien in unserem Kopf projiziert werden, ich kann sie gar nicht loslassen. Und damit ist die Angst einfach, wird sie immer stabiler.

SPEAKER_02

Und je höher die Angst, desto schlimmer. Man muss sich jetzt vorstellen, von den sieben Emotionen führen zwei dazu, dass wir eine Vollblockade haben. Klar, zu genau. Fünf sind zu. Fünf sind jetzt gerade.

SPEAKER_04

Es ist krass, ne? Also ich meine, fünf von sieben sind komplett weg irgendwie.

SPEAKER_03

Man kommt erstmal so nicht ran. Und was jetzt wichtig ist, wir führen das zu Ende. Es gibt zwei Emotionen, die jetzt keine Bedeutung haben. Und das ist die Emotion von Vision, Erstaunen. Was könnte jetzt gehen? Und das zweite ist Freude. Freude ist komplett auch weg. Damit wissen wir, das System ist jetzt gerade so ungünstig, dass wir jetzt dagegen steiern.

SPEAKER_04

Und das merkst du, ja. Also dann kommen noch sozusagen zusätzliche schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft. Also diese Woche auch wieder große Headlines, große Konzerne entlassen, zigtausend viele Menschen natürlich. Zigtausend bei Putz. Bei Vorwärts bis 2030 sagt es. Plus ein Porsche plus plus plus, aber das ist nur die Headline. Man muss mal genau dahinter gucken, dann wird das wieder relativiert. Also die Porsche weiß ich zufälligerweise, die Zahlen kann man erklären, warum es so ist. Dass der Gewinn halt von zwei oder drei Milliarden auf 90 Millionen eingebrochen ist. Ja, okay, da gibt es aber Effekte, warum das so ist. Dennoch bleibt nur hängen, also uns geht's schlecht. Genau.

SPEAKER_02

Das ist das. Ja, genau, diese Pauschalisierung. Und letztendlich, schaut doch bitte mal gerade drauf, die haben gesagt, der Gewinn hat sich halbiert auf 6 Milliarden. Ey, es ist Gewinn 6 Milliarden. Hallo? Wir haben jetzt gerade keinen Verlust von 20 Millionen, nur Gewinn 6 Milliarden anstatt 12 Milliarden. Wir empfinden das als negativ. Dass wir nur noch 6 Milliarden Gewinn machen. 6000 Millionen, hallo.

SPEAKER_04

Aber dennoch haben wir das mit den Emotionen, also fünf sind sozusagen down, zwei sind überaktiv, voll präsent, verstärken sich und legen alles andere lahm. Und das ist natürlich ein schwieriges Dasein in dem Moment. Also damit haben wir es erstmal erklärt, was da passiert. So, jetzt gucken wir uns mal an, wie die Wirkmechanismen sind. Und wir haben im vergangenen Jahr schon mal eine Idee benannt, wo ich sage, das fand ich eigentlich ganz gut und ich glaube, das wird jetzt nochmal verstärkt und ist auch echt gut. Wir haben gelernt, wie kann man damit umgehen mit diesem Zustand. Man kann sich oder wir können uns konditionieren, wir können da rauskommen. Und es gibt eine Methode, die wir auch hinterfragt haben, recherchiert haben. Die nennt sich Effect Labeling. Effect Labeling aus dem Englischen. Und die hat mehrere Ingredienzien, also Inhalte. Und die wollen wir vielleicht mal euch mitgeben heute hier.

SPEAKER_02

Ja, Effekt Labeling, nur damit es für jeden klar wird, das ist halt, als wenn ich jetzt ein Preisschild oder beziehungsweise ein Etikett irgendwo an eine Sache dranpacke. Und damit kann ich in dem Moment etwas benennen. Das ist das Wichtige.

SPEAKER_04

Genau, und da sind wir bei dem Titel der Folge, wie Worte Angst verändern können.

SPEAKER_03

Genau, ganz genau. Christoph, du hast da auch noch einen Hintergrund zu. Genau, also wir gucken ja immer total gern nach Studien. Wir wollen das ja fundiert machen. Immer schon fundiert. Was können die, was haben die Psychologen rausgefunden? Das heißt, es gab also eine sehr schöne Studie, die sich genau damit auseinandergesetzt hat. Von Liebermann Psychological Science hatte das veröffentlicht. Dann gab es später nochmal eine Überblicksstudie im Emotion Review. Und der Titel, da war Label drauf, Alarm runter.

SPEAKER_04

Label drauf, Alarm runter. Finde ich schön pragmatisch und klar beschrieben.

SPEAKER_03

Alarm runter. Und wir kommen immer wieder zu der besonderen Fähigkeit, die wir ausbilden müssen und die wir nie gelernt haben. Und zwar eine Emotionssprache. Ja, da sind wir so. Weil wir haben das Thema, was jetzt hier im Grunde drin steht, ich benenne es einfach mal, wir nehmen das nehmen wir Angst oder Stress, geht für beide Ecken. Ich habe Stress oder ich habe ihn nicht. Ich habe Angst oder ich habe sie nicht. So, und die Fähigkeit dieser emotionalen Granularität, die Fähigkeit, das zu unterscheiden und wir könnten schon ganz leicht beginnen, indem wir eine Skalenfrage einbauen. Ich könnte sagen, wenn ich jetzt auf die Situation gucke, auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 0, ich bin super entspannt und 10, ich drehe komplett durch, wo stehe ich mit meiner Angst? So, wenn ich da, wenn ich sagen würde, ja, vielleicht war es wahrscheinlich schon eine 3, vielleicht eine 4, dann würde es, ah okay, unter der Mitte. So, dann dein Kopf macht sofort was damit und würde dir sofort das Gefühl, okay, so schlimm, doch nicht so schlimm, wie dein System es eigentlich vermutet hat. Und dieses, was sie herausgefunden haben, ist, was du eben so schön beschrieben hast mit diesem Label, ne, ich gebe dir einen Namen, sobald ich ein Wort habe, kann ich damit was anfangen. Vorher ist es so, so schwört das so im Kopf und kein Mensch kann das richtig machen. Und sobald ich dem einen Namen habe, geht die Aktivität der Amygdala runter. Unser Alarmsystem. Das Alarmsystem, das fällt sofort und wir hatten schon mal eine Folge, das geht ein bisschen in die Richtung, wo wir diese Studie entdeckt hatten zu Ratio und Emotia. Wo wir gesagt haben, es geht das Thema Umfühlen. Das heißt, du hast ein Gefühl, was auch immer es ist, wie ich mich gerade fühle. Und dann übergibst du es praktisch einem präfrontalen Kortex an Ratio. Genau, PfC. Und die Amygdala, das war ganz spannend, die er gibt das komplett ab. Das geht wirklich komplett raus und auf einmal wird es rational bewertet.

SPEAKER_04

Ja, und das ist neurowissenschaftlich bewiesen, das funktioniert. Also das war damals in der Folge, ich erinnere mich. Sozusagen uns verabschieden vom Gefühl und ins aktive, in die aktive Regulatorik kommen.

SPEAKER_03

Ganz genau. Und das passiert hier natürlich. Und wenn ich dem ein Label gebe, und wir schauen mal, wenn ich jetzt auf so eine Angst schaue, jetzt mit der Situation, in der ich mich befinde, wir kamen von der Unsicherheit. Wir kamen von ängstlich, dann kommt Angst, dann kommt vielleicht Panik. Wo stehen wir denn da? Und deswegen, ich mag ja diese Skalenfrage hier sehr gut. Ja, super. Es geht auf jeden Fall weiter um eine Bewertung in diese ganze Sache. Das macht erstmal leicht, absolut. Und dann sage ich, dann muss dann, also es gibt natürlich ganz viele Worte, ne? Das geht so, irritiert mich das, werde ich irgendwie, werde ich irgendwie nervös oder aber ich drehe komplett durch.

SPEAKER_02

Ja, und so reagiert dann auch unsere Amygdala, ne? Entsprechend ist es ja, Alarmstufe gelb, Alarmstufe Rot, Alarmstufe total. DEFCO DEFCON 1. DEFCON 1. Ja, und jetzt haben wir, jetzt haben wir, wir leben ja hier auch gerne in diesen Bildern, dieser Rumpelstilzen-Effekt. Die Amygdala geht erstmal hoch, Alarm, vielleicht sogar DEFCON 3. Aber jetzt kommt unser PfC, unser präfrontaler Kortex und der hilft uns wirklich tatsächlich, das Ding erstmal zu relativieren und das Stresslevel sofort wieder runterzufahren. Und in dem Moment, wenn wir nämlich anfangen, unseren Gefühlen ein Etikett zu geben. Wie fühle ich mich gerade? Ich weiß, wie ich mich fühle und ich weiß auch, wie stark dieses Gefühl ist. Ist es ganz hoch oder ist es mittel oder ist es sogar gar nicht so schlimm? In dem Moment entspannt sich wieder das DEFCON-System, der Amygdala und unser PfC sorgt in dem Moment für mehr Ruhe.

SPEAKER_04

Ja, aber es gibt, das ist spannend, weil man natürlich auch diese Regulatorik an anderer Stelle angewenden kann. Ich kann mal ein Beispiel geben, so aus dem Coaching. Diese Methodik auch mit dem Affekten-Labeling, wir kommen ja gleich mal ein bisschen im Detail drauf, wird ja auch im Coaching oder in der Stressregulation oder auch in der Psychotherapie angewendet, genauso wie beim Achtsamkeitstraining. Aber ich gebe mal ein ganz simples Beispiel, was so immer wieder da ist. Also die berühmte Präsentation vor vielen Menschen, sprechen vor Menschen, ob nun im beruflichen Kontext, ob nun irgendwo in eine Gruppe, die ich nicht kenne, reinzugehen, mich einfach nur vorzustellen, vor Menschen, die ich nicht kenne. Hat oft den Effekt bei vielen Menschen, oh, mir ist schlecht, ich will hier weg, ich will das nicht. Genau. Und dahinter, wenn man jetzt mit Effekt Labeling geschult wäre und da reingeht und sagt einfach, okay, was passiert da gerade, dass ich zu mir selber jetzt sage, ich spreche das aus, okay, ich merke, wörtlich, ich habe Angst vor Bewertung, wenn ich das ausspreche. Oh. Ja, das stimmt. Ja, also wenn ich das so sage, weil ich meine, was passiert da? Jetzt muss ich darüber nachdenken, was ich sage. Ich will ich eigentlich gar nicht von einer Gruppe von Menschen sprechen. Da fiel mir schon immer schwer, hoch, roter Kopf, bumm, bumm, bumm. System geht hoch, Puls geht hoch, alles hoch. Schweißausbruch und irgendwie rote hektische Flecken. So, aber wenn ich es dann benenne, was ist denn das? Ich habe hier eine Angst vor einer Bewertung, wenn ich das ausspreche.

SPEAKER_02

Das ist ein cooler Punkt, den du gerade nennst, Christian. Und zwar sich einer Thematik bewusst sein. Ja. Und dann in dem Fall tatsächlich emotional bewusst sein. Das ist wirklich, ne? Und dann macht man sich das klar und dann kann man es auch wieder neu betrachten.

SPEAKER_04

Das Gefühl geht nicht komplett weg, aber die Intensität des Gefühls geht erstmal komplett im Keller. Das ist dein Rumpelstießchen-Effekt da. Ja, genau.

SPEAKER_03

Ich muss jetzt, ich muss jetzt wieder ein bisschen an das eine Thema denken, wo wir schon mal drüber, hatten wir schon mal angerissen. Ich habe ja irgendwie im letzten Jahr diese Herzratenvariabilität und die Ausbildung dazu gemacht. Und damit kriegst du praktisch raus, wie der Herzschlag dein Stresssystem steuert. Und wenn du, wenn du genau in so einer Situation bist, dann wird halt der Sympathikus geht voll hoch, der Parasympathikus, der für Entschweinung steht, geht weg und dein Herz fängt an, schneller zu schlagen. So, und was daran interessant ist, ist, dass du es darüber aber total steuern kannst. Wenn es dir also gelingt, den Herzschlag wieder runterzubringen und du stehst vor diesen Menschen, dann geht der Stress weg, dann geht auch diese Sorge davor weg und dann könntest du einen Schritt weiterkommen. Also wir haben so zwei Ebenen. Entweder du gehst ganz kognitiv ran, was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn jemand das nicht gut findet. Das wäre die eine Seite, oder aber du sagst, okay, ich fange mal an, mein System runterzufahren, wo wir wieder bei den Ängsten sind.

SPEAKER_04

Wobei ich aber eben denke, also 100% verstanden, dass dieses, das Thema laut auszusprechen oder zu benennen, ne, also ich glaube, das hat nochmal eine andere Intensität. Mich vor den Spiegel zu stellen, bevor ich eine Präsentation halte und sage, ich habe hier Angst vor Bewertung. Ich habe Angst vor Bewertung.

SPEAKER_00

Hm.

SPEAKER_04

Ist das so? Also, das andere ist kognitiv, wie du sagst, passiert im Kopf, ja, ganz viel, auch richtig und auch spannend. Aber das auszusprechen, also dieses Labeling.

SPEAKER_05

Ja, Foster, ich bin ja komplett bei dir. Jetzt war ganz doof. Ja, du lässt es raus. Du musst es rauslassen. Und du musst es auch wirklich laut aussprechen. Ja, ja, nicht so vor dich hinuscheln. Nicht nur denken.

SPEAKER_04

Also so, und dann mach das mal vor der Gruppe, sagst du ich habe hier Angst vor Bewertung, dann gehst du los. Dann musst du natürlich vorher dir irgendwie die Zeit nehmen, musst zur Seite gehen, musst das in Ruhe machen. Ja, passiert alles nicht. So im täglichen Kontext. Aber heute in der virtuellen Welt zum Beispiel viel einfacher. Das stimmt, genau. Könnte man ja mal so sagen. Also von der Methode, Effekt-Labeling, so drei Schritte haben wir. Wahrnehmung. Also dieses Inhalten und spüren. Also was fühle ich hier gerade? Sind wir auch wieder, denkst du noch oder fühlst du schon? Sind wir wieder beim Buch. Dann benennen, also die Emotionen, die da ist. Ist das eine Angst oder ich bin frustriert, ich bin unsicher. Genau. Und dann, je präziser dieses Wort auch benannt werden kann, desto besser und stärker ist der Effekt nachher. Und später eben normalisieren. Das ist so der Dritte. Also das Gefühl akzeptieren und dann sich sagen, okay, es ist okay, dass ich das gerade fühle. Es ist okay, dass ich das gerade fühle. Total. Das ist gar nicht so einfach, finde ich. Klingt so einfach.

SPEAKER_02

Gerade auch in Gesprächen, ich meine, wir sind ja hier sehr wertschätzend respektvoll miteinander und unterbrechen ja nicht, oder wenn, dann sind wir ergänzend. Aber es gibt ja genau die Situation, wo du etwas Wichtiges sagen willst, vielleicht sogar vorher gefragt wurdest, mit einer ganz konkreten Frage und dann bist gerade beim Haussprechen der Antwort und dann kommt Bam, so dieses Rein. Jemand geht rein. So, und jetzt kann das Menschen, weil sie sich vielleicht auch auf die Antwort vorbereitet haben, kann das Menschen in eine Stresssituation bringen. Also habe ich Dala fährt hoch. Was ist denn das? Jetzt, wenn du das drin behältst. Alles Bullshit. Aber wenn du das drin behälst, dass du, ja, weil es mein Chef ist, darf ich jetzt nichts sagen. Quatsch. Du musst dann schon in dem Moment die Fähigkeit besitzen, ne, Chef, Chefin XY, so wie du mich hier gerade unterbrochen hast, fühle ich mich auch nicht gut und es ärgert mich auch ein Stück weit. Weil ich werde, mir wird nicht zugehört. Also das auszusprechen, dass man auch dem sogenannten Stressor auch ein Nabel gibt, auch das hilft dir persönlich weiter. Aber es belauft Training. Oh ja, unbedingt.

SPEAKER_04

Hört sich so super simpel an. Es ist kein Schwingung. Aber wenn wir das mal üben, also ich weiß, dass es noch in der Coaching-Ausbildung waren so 20 Leute und die einfachste Übung war, rei um, jeder muss seine Geschichte erzählen, 30 Sekunden. Eine Geschichte. Irgendwas. Was meinst du, was da abging? Ich meine, 30 Sekunden, das ist jetzt nicht die Welt. Und es hat die Leute in totale Stressituationen gebracht. Komm, 30 Sekunden reden. Wahnsinn. Ja, echt. Krass, oder? Ja, ja. So, und das ist natürlich, wenn du jetzt in den beruflichen Kontext gehst, du sollst jetzt Fakten präsentieren, du sollst dich irgendwie, ne, oder du willst jemandem was verkaufen oder du musst Zahlen rechtfertigen, etc., Kündigung aussprechen, you name it, ja. Oder das berühmte Chef Jahresgespräch. Ist ja auch so ein Ding, ne? Ja, genau.

SPEAKER_02

Auch da gibt es diesen Faktor des Stressors. Und wenn ich den Auslöser kenne und den Auslöser auch in jemandem benenne, dann, oder sogar ihm eine Vermutung äußere, dann könnte das vielleicht hilfreich sein.

SPEAKER_04

Ich habe mal jemanden im Coaching gehabt, der hat immer, kam zu mir und sagte, ich habe immer, wissen Sie, ich habe immer das Thema und sagt immer, dass ich hinterher nach dem Jahresgespräch rausgehe und denke, ich habe mich da unter Wert verkauft. Hast du es ausgesprochen? So, genau. Ja, und das war ein echtes Problem. So, also Effekt Labeling in Verbindung, es ist wissenschaftlich bewiesen, das finde ich immer ganz, ganz gut, dass wir das auch hier mal beibringen können. Wir haben so einen Dreiklang, ich habe das vorhin so mal abgekürzt mit Vabeno. Ja, Vabbeno. Also gefühlt. Wahrnehmen, benennen und normalisieren. Wahrnehmen, benennen und normalisieren.

SPEAKER_03

Vabeno. Genau. Das Normalisieren ist natürlich eine schöne Idee. Also wir gehen mal drauf und sagen, du stehst vor einer Gruppe und sagst, also ich stelle mich jetzt hier gerne vor, ich bin ein bisschen aufgeregt. Du hast es benannt. So, ja, genau. Was wird passieren? Was werden die anderen denken?

SPEAKER_04

Tja, was werden die anderen denken, ja. Also der Geschulte, wir, die Geschulten, würden sagen, wow, da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht.

SPEAKER_05

Mutig, das zu tun. Das zu tun, das auszusprechen. Auszusprechen.

SPEAKER_03

Und was dann immer kommt, und das habe ich einfach so häufig erlebt, wenn das mal war, du musst dir auch gar keine Sorgen machen. Das war doch super. Das ist so dieses, und wenn du es aussprichst, wird gespiegelt. Total. Und du holst dir automatisch Feedback rein. Ja. Das ist total, total spannend. Und es tut auch tatsächlich gut, was für ihn. Einmal rauslassen. Das ist so diese, also erster Schritt heißt, sich selbst das mal aussprechen. Und wenn es einfach nicht aufhört, einfach sagen, ich spreche es mal vor der Gruppe aus. Dieses Sich selbst aussprechen ist die Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Und dann benenne ich meine Emotion. Ich gebe ihr das Label, ich bin aufgeregt. Und allein durch diese, dadurch fällt sie schon.

SPEAKER_04

Und damit sind wir sozusagen wieder beim Anfang dieser Folge. Die Worte können wirklich die Angst verändern. Gilt übrigens ja auch in dem anderen Kontext, die allgemeine Unsicherheit, das, was Holger eingangs beschrieben hat, können wir unter Freunden, Bekannten oder unserem Mitmenschen auch mitgeben. Sagen wir, Mensch, benenne doch mal, was du da jetzt genau fühlst. Was ist das da? Ich bin jetzt ängstlich. So dass man das einfach ausspricht und dann sagt, okay, damit kann man sich auch wieder ein bisschen regulieren. Das geht nicht komplett weg und es geht auch nicht von jetzt auf gleich und wird immer wieder natürlich durch externe Effekte befeuert. Aber so habe ich zumindest eine sehr einfache Methodik, mich besser zu regulieren.

SPEAKER_02

Ich stelle nochmal eine Hypothese einen Raum. Ich glaube sogar, dass wir das als aktive Entgiftung bezeichnen können. Denn wenn ich die ganze Zeit dieses ungute Gefühl, diese Unsicherheit mit mir rumtrage, dann merkst du, dass Menschen auch verkrampft sind. Und das können keine guten Botenstoffe sein, die und die uns vielleicht einen Moment langes Überleben sichern, aber langfristig betrachtet, haben sie ja immer eine zerstörische Wirkung. Und was wir brauchen, sind ja genau die anderen Sachen. Deshalb ist das, glaube ich, auch ein Stück weit Achtsamkeit und Selbstschutz seiner Gesundheit gegenüber, dass man das schafft. Und ich halte das für eine extrem gute, extrem wirksame Methode, um halt die Vielzahl an emotionalen Herausforderungen, die wir momentan haben im tagtäglichen Leben, die sind wirklich brutal. Und um die zu bewältigen, ein Stück weit auch die Souveränität, die Selbstbeherrschung zu haben, ist das, finde ich, eine total schöne Methode. Aber Christian, du hast schon gesagt, und das ist der wichtige Punkt. Das Ding ist nicht einfach so mal Klick-Schalter umlegen und das war alles, sondern da gehört schon wirklich Training und so ein bisschen mehr dazu.

SPEAKER_03

Und nochmal, um diese Skala nochmal reinzubringen, ich finde, das ist der beste Einstieg, den man wählen. Super, ja. Dass du sagst, so, boah, ich habe, stelle vor, du hast Angst, ich habe Angst, meinen Job zu verlieren. In der Zeit heute mit KI und allem und diesen ganzen Entlassung, was du da gesagt hast, wenn du es aussprechen würdest, wie hoch ist meine Angst denn? Ja. Wie hoch ist sie? Und ich glaube, der Kopf beginnt, wenn du sagen würdest, das ist schon eine 7, dann sprichst du es so klar aus, dass du auf einmal wieder denken kannst und sagen kannst, okay, wenn es eine 7 ist, dann wird es Zeit, dass ich mir mich jetzt kümmere. Und dann wabert das nicht so im Unbewussten und in diesem Emotionenkörper und macht mich irgendwie krank, sondern es gibt mir eine Chance zu sagen, okay, und die Klarheit kehrt zurück, okay, dann muss ich jetzt was tun.

SPEAKER_02

Finde ich total gut, was du sagst, Christoph, weil in dem Moment, wenn ich das selbst erkenne, kann ich mir auch Hilfe von außen nochmal dazu holen. Also wenn ich sage, kann ich mir jetzt hier noch selber helfen oder brauche ich jetzt wirklich, ich brauche jetzt den Christian als Coach, ich brauche einen Christoph als Coach. Da kann man sich ja selber eine Grenze setzen, wenn man sagt, ich bin hier ein 3er Vierer, kann ich es gleich noch selbst lösen. 5, 6, 7, 8, Alarmsysteme so weit hochgefahren. Ich schaffe das nicht. Ich kann es jetzt aber auch Christoph oder Christian gegenüber aussprechen. Genau. Kinders, ich fühlte mich jetzt gerade total unwohl oder ich habe das und das Problem. Ich muss, ich brauche Hilfe.

SPEAKER_04

Ja, ich denke, das ist ein schönes Schlusswort am Ende dieser Folge, wie Worte Angst verändern. Also fassen wir zusammen, es gibt die Effekt-Labeling-Methodik in drei Schritte. Wahrnehmen, benennen und normalisieren. Es ist natürlich eine Frage des Niveaus, da bin ich bei dir, Holger. Also wenn ich schon auf 6, 7, 8 Level bin da auf unserer Skala, dann ist externe Hilfe, und hier greift Coaching, glaube ich, ziemlich gut, eine Methodik, die man noch dazu nehmen kann. Wenn ich es selber regulieren kann, bin ich mit Effekt-Labeling gut unterwegs. Wir haben es mal wieder wissenschaftlich auch bewiesen. Also das ist dieser Rumpelschießeneffekt. Amygdala hoch runter und dann über den präfrontalen Kortext. Also alles in allem gar nicht so schlimm, oder?

SPEAKER_03

Ja. Genau, es gibt die Chance, es zu relativieren, würde ich sagen. Genau. Und es bauscht sich nicht so hoch, wie ich vorhin gesagt habe, diesen Zustand total oder gar nicht. Und jetzt schaffen wir uns so einen Mittelwert irgendwo. Ihr kennt dieses geile Wort, was ich ja liebe. Dekatastrophalisieren. So sieht es aus. Genauso.

SPEAKER_04

Ja, aber klingt einfach, als es ist. Und damit kommen wir zum Schluss. Also, Tipp des Tages haben wir sozusagen ausführlich besprochen. Die Effekt-Labeling-Methodik. Oder eben externe Berater, Methoden, Coaches, lasst euch helfen. Weil der Übergang auch sozusagen in wirkliche Angstszenarien ist natürlich auch fließend und dann bist du in einer Psychotherapie und da wollen wir nicht hin. Also die Angst ist relativ. Insofern einen ganz lieben Dank an euch beide mal wieder. Genau.

SPEAKER_05

Großartig.

SPEAKER_04

Großartig und an dich natürlich. Für immer vom Studium. Mit der 5000sten Folge, nicht Folge, sondern mit Download im Hintergrund. Wenn ihr Fragen habt, gerne an info at 3m-podcast.de, info at 3m-podcast.de oder Globeofemotions.com oder auf LinkedIn findet ihr uns. In diesem Sinne bleibt uns gewogen, habt nicht so viel Angst, macht mehr mit Worten. Und bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Babino. Vielen Dank.

SPEAKER_02

Vielen Dank, dass ihr dabei gewesen seid. Wir freuen uns auf euer Feedback auf www.3m-podcast.de.

SPEAKER_03

Und sollte es Themen geben, die euch so sehr interessieren, dass ihr sagt, könnt ihr die nicht mal in eurem Podcast diskutieren, schreibt uns eine Mail an info at 3m-podcast.de

Podcasts we love

Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.